Rückblick auf die Saison 2009 der deutschen Ponyfahrer
Der internationale Pony-Fahrsport setzte mit der Ausrichtung der diesjährige Weltmeisterschaft der Pony-Ein-, -Zwei-, und -Vierspänner in Deutschland einen besonderen Höhepunkt. Das Event wurde in Greven Bockholt vom 13. bis 16. August ausgetragen. Mit insgesamt sieben Medaillen wurde es insgesamt gesehen, die erfolgreichste Weltmeisterschaft für die deutschen Ponyfahrer in der Fahrsportgeschichte. Zwar holten sie im österreichischen Karlstetten 2003 alle vier zu gewinnenden Titel, aber in der Summe nur sechs Medaillen.
Erfolgreichste Anspannungsart waren in diesem Jahr auf der Pony-WM die Zweispänner. Der 28-jährige WM-Neuling Daniel Schneiders (Petershagen) wurde Weltmeister vor Stephan Koch (Hamburg), der ebenfalls zum ersten Mal an einer WM teilnahm. Routinier Steffen Abicht (Bad Düben) machte nach einmal Gold und zweimal Silber in der Einzelwertung bei Weltmeisterschaften mit einer Einzel-Bronze und einem vierten Mannschafts-Gold in Greven seine Medaillensammlung komplett.
Bei den Vierspännern gewann Tobias Bücker (Emsdetten) Gold vor seinem Teamkollegen Steffen Brauchle (Lauchheim), der Vize-Weltmeister wurde. Bronze ging an die Belgierin Tinne Bax. Bei den Einspännern gewann völlig überraschend die erst 17-jährige Niederländerin Melanie Becker. Franz-Josef Lehmkuhl (Emsdetten) sicherte sich die Silber-Medaille. Der 61-Jährige beendete mit diesem Erfolg seine lange internationale Karriere.
Ein überragender Erfolg war jedoch die Verteidigung des Mannschaftstitels, der zum vierten Mal nach Deutschland ging. Das deutsche Team schlug hierbei, wenn auch denkbar knapp, die Vertreter der Niederlande, die Bronzemedaille ging an Belgien.
Die deutsche Erfolgsbilanz der Pony-WM 2009 auf einen Blick:
Mannschaftswertung
Gold: Deutschland; 407,48 (Lars Heidotting, Herbert Rietzler, Steffen Abicht, Stephan Koch, Steffen Brauchle, Tobias Bücker); 407,48 (Dressur 136,06/Gelände 260,29/Hindernisfahren 11,13)
Silber: Niederlande; 410,08 (159,37/239,16/11,55)
Bronze: Belgien; 422,98 (149,51/257,96/15,51)
Vierspänner Einzelwertung
Gold: Tobias Bücker (Emsdetten); 139,68 (Dressur 42,75/Gelände 95,43/Hindernisfahren 1,49)
Silber: Steffen Brauchle (Lauchheim);141,67 (50,30/91,12/ 0,24)
Bronze: Tinne Bax (BEL); 143,78 (44,67/99,10/0)
8. Diethelm Kneifel (Wurnstorf); 151,80 (57,73/90,78/3,29)
9. Martin Thiemann (Saerbeck); 151,89 (62,46/89,42/0)
14. Thomas Köppen (Dreieich); 163,95 (63,74/94,20/6)
15. Abel Unmüßig (Hinterzarten); 166,79 (64,51/102,28/0)
Zweispänner Einzelwertung
Gold: Daniel Schneiders (Petershagen); 131,57 (51,20/78,44/1,93)
Silber: Stephan Koch (Hamburg); 137,00 (40,83/90,17/6)
Bronze: Steffen Abicht (Bad Düben); 137,66 (44,42/87,25/6)
7. Dennis Schneiders (Petershagen); 144,50 (57,34/84,16/3)
25. Dieter Baackmann (Emsdetten); 168,46 (62,59/77,52/28,35)
29. Arndt Lörcher (Wolfenbüttel); 179;76 (57,34/98,42/24)
Einspänner Einzelwertung
Gold: Melanie Becker (NED) mit Ostara’s Sandor; 131,11 (54,14/76,78/0,19)
Silber: Franz-Josef Lehmkuhl (Emsdetten) mit Maverick; 137,76 (44,80/86,49/6,47)
Bronze: Suzy Stafford (USA) mit Courage to Lead; 138,16 (48,51/82,11/7,54)
4. Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Filou; 141,34 (54,53/81,92/4,89)
14. Birgit Damm-Haschmann (Selm) mit Moonlight; 151,54 (54,78/87,76/9)
19. Lars Heidotting (Emsdetten) mit Brisco; 156,47 (52,48/86,62/17,37)
20. Theo Bopp (Mainz) mit Lobely; 163,32 (69,50/85,64/8,18)
23. Elke Hillebrandt (Coesfeld) mit Dublin; 163,95 (64,90/78,96/20,10)
Die deutschen Sichtungswege zur Pony-WM auf nationalen Events
Entsprechend der strategischen Entscheidung des Bundestrainers Ewald Meier (Meißenheim) wurden im Programm der zu nominierenden deutschen Ponyfahrer an keinen sichtenden Vergleichen im Ausland gteilgenommen, sondern nur die in Deutschland vorgegebenen Qualifikationsturniere gefahren.
Die Eignungsprüfungen für eine mögliche Teilnahme deutscher Vertreter begann mit dem internationalen Turnier in Emsdetten (30. April/ bis 03. Mai). Weitere Stationen waren dann Biblis (22./24. Mai), Herford (11./14. Juni), speziell für die Einspänner Dillenburg (11./14. Juni), und mit der Deutschen Meisterschaft letztlich Minden-Kutenhausen (17./19. Juli).
Das erste Kräftemessen der deutschen Ponyfahrer fand also in Emsdetten (30. April/ bis 03. Mai) unter starker internationaler Beteiligung statt. Bemerkenswert, dass diese deutsche Hochburg für den Pony-Fahrsport auch für einige europäische Nationen für Sichtungszwecke, wie gerade die Niederlande, im Kräftemessen mit deutschen Fahrern, genutzt wurde. Des Weiteren haben die Engländer gelegentlich schon einmal Greven einen orientierenden Besuch abgestattet.
Für Emsdetten selbst ist es dass vierte Mal in der Vereinsgeschichte, dass ein Ponyturnier international erfolgreich ausgetragen wurde. So wundert der hohe Zuspruch an Nennungen nicht. 33 Einspänner, 35 Zweispänner und 27 Vierspänner aus acht Nationen bewiesen das gewichtige Interesse.
Leider „verschenkte“ der Vierspännerfahrer Tobias Bücker (Emsdetten) einen möglichen Sieg im Kegelparcours unnötig. Nach der Dressur war er als Führender in das Gelände gestartet. Dort belegte er den neunten Platz und lag damit vor dem abschließenden Hindernisfahren in der Kombinierten Wertung auf dem zweiten Rang. Fehlerfrei hätte er den aus der Zwischenwertung führenden Niederländer Jan de Boer beim Hindernisfahren bezwingen können, da dieser sich zwei Abwürfe leistete. Doch am 14. Hindernis fielen bei Tobias Bücker ein Ball, und der bis dahin drittplatzierte Niederländer Aart van der Kamp jun. rutschte in der Gesamtwertung durch eine Nullrunde an die erste Position, vorbei an seinem Landsmann Jan de Boer und Tobias Bücker. Leistungsstark mit dabei die anderen deutschen Kaderfahrer wie Thomas Köppen (Dreieich), Martin Thiemann (Saerbeck), Steffen Brauchle (Lauchheim) und Diethelm Kneifel (Wunstorf), die jeweils auf die Plätze fünf bis acht kamen.
Besonders erfolgreich zeigten sich schon hier die deutschen Zweispänner-Fahrer in diesem großen internationalen Starterfeld. Nicht nur die ersten drei Plätze gingen in der Kombinierten Wertung nach Deutschland, sondern auch fünf weitere Deutsche kamen unter die ersten zehn Teilnehmer. So belegte Dennis Schneider (Petershagen) Platz sechs, Dieter Baackmann (Emsdetten) Platz sieben, Arndt Lörcher (Wolfenbüttel) Platz acht, Tim Dallmann (Blankensee) Platz neun, Christof Weihe (Friedewalde) Platz zehn und Marc Müller (Schmelz) den 13. Platz. Bemerkenswert hierbei die überzeugenden Dressurleistungen der drei Erstplatzierten, die sich durch die von Dieter Baakmann (4. Platz) und Christof Weihe (5. Platz) noch ergänzen. Aber auch im Gelände ließen sich die deutschen Fahrer nicht „die Butter vom Brot nehmen“. Timm Dallmann wiederum gewann den Kegelparcours und Daniel Schneiders wiederum war ebenfalls einer der Besten in dieser Teildisziplin.
So zufrieden der Bundestrainer Ewald Meier mit den Vierspännern und noch mehr mit den Zweispännern sein konnte, sah es aus seiner Sicht bei den Einspännern wenig löblich aus. „Am Pony-Material liegt es nicht“, war von ihm zu hören, „allein die Favoriten sind ganz einfach noch nicht in leistungsmöglicher Form“. Von den Kaderfahrern war es allein Günter Heitjans (Emsdetten) mit Landon, der mit einem sechsten Platz in der kombinierten Prüfung eine gute Form zeigte. Auch der Emsdetter Franz-Josef Lehmkuhl konnte sich mit Maverick auf einem neunten Rang lobenswert platzieren. Auf dem zwölften Rang beendete Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Filou die Kombi-nierte Wertung. Im Gelände rammte er ein Hindernis, so dass er in ihm sehr viel Zeit verlor. "Das Gelände hätte er sonst gewonnen", äußerte überzeugt der zuständige Bundestrainer für die Ein- und Zweispänner Eckhard Meyer (Hermannsburg). Mit unnötigen zwölf Strafpunkten beim Hindernisfahren verspielte er jedoch alle Chancen auf eine Platzierung unter den besten Zehn. Die anderen Kader-Fahrer wie Lars Heidotting (Emsdetten) mit Brisco, David Rammes (Emsdetten) mit Luigi und Theo Bopp (Mainz) mit Lobely beendeten die Kombinierte Wertung auf dem 13., 14. und 24. Platz.
Die Ergebnisse von Emsdetten in der Kurzübersicht:
CAIP-1
1.Robert Buck (GBR); 121,01 (Dressur 49,79/Gelände 71,22/Hindernis 0)
2. Johan Verswalm (BEL); 125,18 (45,57/79,62/0)
3. Lisette Meijer (NED); 126,04 (55,94/69,43/0,67)
6. Günter Heitjans (Emsdetten); 129,84 (51,71/75,14/2,99)
CAIP-2
1. Stephan Koch (Hamburg); 116,61 (40,83/74,43/1,35)
2. Steffen Abicht (Bad Düben);118,20 (46,34/71,87/0)
3. Daniel Schneiders (Neuenkirchen);118,23 (48,38/69,85/0)
CAIP-4
1. Aart van der Kamp jun. (NED); 132,58 (63,23/69,34/0)
2. Jan de Boer (NED); 134,64 (45,70/82,94/6)
3. Tobias Bücker (Emsdetten); 135,01 (44,67/87,34/3)
Im hessischen Biblis (22./24. Mai) gewann dann Tobias Bücker (Emsdetten) mit seinem Pony-Viererzug diese zweite WM-Sichtung. 104 Gespanne aus Deutschland, Österreich und Luxemburg waren dort in den verschiedenen Anpannungsarten Zweispänner-Pferde, Ein-, Zwei- und Vierspänner Ponys am Start. Die Favoriten wurden ihren Rollen gerecht und Bundestrainer Ewald Meier (Meissenheim) zeigte sich sehr zufrieden.
"Bei Tobias Bücker hat dieses Mal alles gepasst", sagte Bundestrainer Ewald Meier nach der zweiten WM-Sichtung. Nach dem dritten Platz beim Internationalen Fahrturnier in Emsdetten bestätigte Tobias Bücker mit dem Sieg in Biblis seine gute Form. Am Donnerstag hatte sich der Emsdettener mit einer sehr guten Dressur (40,45 Punkte) bereits souverän an die Spitze begeben. "Eine Dreißiger-Wertung wäre natürlich noch toller gewesen, aber ich bin auch so sehr zufrieden", sagte Tobias Bücker nach der Dressur. Steffen Brauchle (Lauchheim) folgte in der Dressur mit 49,41 Punkten auf Rang zwei. Steffen Brauchle gewann dafür im Gelände vor Martin Thiemann (Saerbeck), und belegte so den zweiten Platz in der Kombinierten Wertung. Tobi Bücker kam im Gelände auf Platz sieben. Auf Platz drei in der Kombinierten Wertung platzierte sich Martin Thiemann, auf Platz vier kam Abel Unmüßig (Hinterzarten).
Bei den Pony-Zweispännern siegte Steffen Abicht (Bad Düben) vor Dieter Baackmann (Emsdetten) in der Kombinierten Wertung. Für Steffen Abicht, bei der ersten WM-Sichtung noch Zweiter, lief diesmal alles bestens. Als Führender nach Dressur (2. Platz) und Gelände (4. Platz) ins Hindernisfahren gestartet, konnte er sich sogar zwei umgeworfene Kegel und sechs Strafpunkte erlauben, um zu gewinnen. Stefan Koch (Hamburg), Sieger der ersten WM-Sichtung in Emsdetten, war in Biblis gut gestartet. Er siegte in der Dressur, aber am Samstag im Gelände verfuhr er sich in einem Hindernis und musste 20 Strafpunkte einstecken. Im Hindernisfahren bewies er seine gute Form und gewann diese Teilprüfung. Damit landete er in der Kombinierten Wertung auf Rang sechs. "Aber Stefan hat insgesamt eine sehr gute Leistung gezeigt", war Ewald Meier durchaus zufrieden mit seinem Schützling. "Außerdem hat er sein drittes Pferd ausprobiert, das auch sehr ordentlich gelaufen ist."
Als Favorit startete Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Filou bei den Pony-Einspännern und wurde der Rolle dieses Mal gerecht, denn in Emsdetten hatte er im Gelände ein Hindernis gerammt und war nur auf Rang zwölf in der Kombinierten Wertung gelandet. Doch in Biblis belegte er in der Dressur Platz drei, gewann das Gelände und eine fehlerfreie Runde beim Hindernisfahren (Platz vier) bedeuteten am Ende den Sieg in der Kombinierten Wertung vor David Rammes mit Luigi und Lars Heidotting mit Brisco. Mit einem überraschenden zweiten Platz im Gelände und einem Platz acht in der Kombinierten Wertung brachte sich auch Andreas Pues-Tillkamp (Glandorf) beim Bundestrainer ins Gespräch. "Er ist eventuell auch ein Kandidat für die WM, vielleicht als Einzelfahrer", gab Ewald Meier eine erste vorsichtige Prognose von sich.
Die Ergebnisse von Biblis in der Kurzübersicht:
CANP-1
1. Herbert Rietzler (Rettenberg); 110,46 (48,77/61,69/0)
2. David Rammes (Emsdetten); 115,12 (44,67/70,45/0)
3. Lars Heidotting (Emsdetten); 119,43 (53,25/66,18/0)
CANP-2
1. Steffen Abicht (Bad Düben); 109,37 (40,06/63,31/6,00)
2. Dieter Baackmann (Emsdetten); 110,07 (45,82/63,75/0,50)
3. Arndt Lörcher (Wolfenbüttel); 121,86 (51,97/64,39/5,5,50)
CANP-4
1. Tobias Bücker (Emsdetten); 121,02 (40,45/77,57/3,00)
2. Steffen Brauchle (Lauchheim); 121,08 (49,41/68,67/3,00)
3. Martin Thiemann (Saerbeck); 128,15 (53,76/71,39/3,00)
Der Sichtungsweg für die Pony-Gespannfahrer, mit Blick auf die diesjährigen Weltmeisterschaften, ging chronologisch im ostwestfälischen Herford auf der Anlage Meyer zu Hartum weiter. Das Turnier (11./14. Juni) war gleichzeitig als offizielle Sichtung für die Zweispänner Pferde sowie für die Pony-Zwei- und Vierspänner ausgeschrieben. Pony-Vierspännerfahrer Tobias Bücker (Emsdetten) hatte die Weltmeisterschaft auch in Herford wieder fest im Blick, und verbuchte den Gesamtsieg auf dieser dritten WM-Sichtung. Er siegte in der Dressur, fuhr im Gelände ohne große Patzer auf Rang sechs und ging als Führender in das abschließende Hindernisfahren. Tobi Bücker behielt die Nerven und beendete ohne einen umgeworfenen Kegel die Prüfung und landete mit seiner fehlerfreien Runde in dieser Teilprüfung auf Rang vier. In der Endwertung lag er dann vor Abel Unmüssig (Hinterzarten) und Edwin Kiefer. "Tobias Bücker hatte ein neues Pferd dabei, aber auch das hat alles bestens funktioniert", so Meier zufrieden. Steffen Brauchle (Lauchheim), der in Biblis Zweiter hinter Tobi Bücker geworden war, belegte Platz vier. Er lag nach der Dressur auf Rang zwei, verlor im Gelände im Hindernis sechs allerdings seinen Beifahrer und kassierte dafür zehn Strafpunkte.
Bei den Pony-Zweispännern gewann Stephan Koch (Hamburg) vor Steffen Abicht (Bad Düben). Ärgerlich war der Fehler von Daniel Schneiders (Neuenkirchen) im Wasserhindernis. Der Pony-Zweispännerfahrer und Mitglied im Championatskader fuhr im Hindernis zwei nicht ganz sauber, blieb an einem Tor hängen und sein Marathonwagen bekam leichte Schräglage. Er musste abspringen, konnte sein Gespann aber vom Boden aus zum Halten bringen und hatte Glück, dass nicht mehr passierte. Es gab aber Strafpunkte für Absteigen und korrigiertes Verfahren. Da blieb nur ein 20. Platz im Gelände, nachdem er mit Platz drei in der Dressur in die Kombinierte Wertung gestartet war. Auch das Hindernisfahren lief dann nicht mehr rund. 14,51 Fehler bedeuteten auch in der Gesamtwertung Platz 20. Beachtlich war der Erfolg von Dennis Schneiders (Neuenkirchen). Mit mehr Glück als sein Bruder belegte er mit seinen beiden Gespannen die Plätze drei und vier. Auf Platz fünf kam Arnd Lörcher (Wolfenbüttel) mit seinen Haflinger-Hengsten. Er belegte in der Dressur Platz fünf, und im Gelände war nur Dennis Schneiders besser als er, im Hindernisfahren fielen allerdings zwei Bälle von den Kegeln. Cheftrainer Ewald Meier lobte Herford als „ein sehr schönes Turnier", er war zum ersten Mal hier.
Die Ergebnisse von Herford in der Kurzübersicht:
CAN-P-2
1. Stephan Koch (Hamburg); 110,93 (Dressur 40,06/ Gelände 70,86/ Hindernisfahren 0)
2. Steffen Abicht (Bad Düben); 116,13 (43,26/69,87/3)
3. Dennis Schneiders (Neuenkirchen); 120,82 (48,38/69,44/3)
CAN-P-4
1. Tobias Bücker (Emsdetten); 133,15 (46,98/86,17/0)
2. Abel Unmüßig (Hinterzarten); 142,06 (53,50/86,25/2,31)
3. Edwin Kiefer (Horb); 142,08 (54,91/84,78/2,39)
Gleichzeitig mit dem Herforder Termin wurde das CAI im hessischen Dillenburg (11./14. Juni) als WM-Sichtung der Pony-Einspänner ausgetragen. Für diese Gespannart war hier die dritte Sichtungsstation nach Emsdetten und Bilbis. Herbert Rietzler (Rettenberg) wurde mit Filou seiner Favoritenrolle gerecht und musste sich nur dem amtierenden dänischen Weltmeister Peter Koux mit Taffy geschlagen geben. Peter Koux ließ mit Taffy der vornehmlich deutschen Konkurrenz einfach keine Chance. Nach einem Sieg in der Dressur und Platz neun im Gelände, konnte er sich im Hindernisfahren sogar für den Gesamtsieg sich noch einen abgeworfenen Ball erlauben. Nach Herbert Rietzler belegte Franz-Josef Lehmkuhl (Emsdetten) mit seinem Pony Maverick den dritten Platz. Mit einem zweiten Platz in der Dressur hatte er dafür den Grundstein gelegt. Franz-Josef Lehmkuhl, Herbert Rietzler und Patrick Hanisch (Ennigerloh) waren die einzigen, die das Hindernisfahren fehlerfrei beendeten. Theo Bopp (Mainz) bewies einmal mehr seine gute Form, er kam auf Platz fünf. Mit einem vierten Platz in der Kombinierten Wertung machte außerdem Birgit Damm-Haschmann (Selm) mit Moonlight auf sich aufmerksam. "Sie war stark im Gelände und stark beim Kegelfahren", war die lobende Meinung von Bundestrainer Eckardt Meyer bezüglich ihrer Leistungen. Zufrieden war er nicht nur mit dem Abschneiden seiner Schützlinge, sondern auch mit dem Turnier insgesamt. "In diesem Jahr haben sich die Veranstalter besonders mit dem Gelände viel Mühe gegeben und sich mit den Elementen sehr gesteigert", war sein Urteil. Außerdem sei die Wegestrecke entschärft worden und besser zu fahren gewesen.
Die Ergebnisse von Dillenburg in der Kurzübersicht:
CAI-P-1
1. Peter Koux (DEN) mit Taffy; 98,70 (43,01/52,69/3)
2. Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Filou; 99,47 (50,56/48,91/0)
3. Franz-Josef Lehmkuhl (Emsdetten) mit Maverick; 104,47 (49,02/55,45/0)
Auf den Deutschen Meisterschaften der Ponyfahrer (17./19. Juli), der letzten Sichtungsprüfung im westfälischen Minden-Kutenhausen war es am Ende unvorstellbar spannend geworden. In allen drei Anspannungsarten, d.h. der Einspänner, Zweispänner und Vierspänner lagen die führenden Fahrer so dicht beieinander, dass nicht nur ein gefallener Kegel, sondern auch schon Zeitfehler im abschließenden Hindernisfahren über die Titelvergabe entscheiden konnten.
Bei den Einspännern reichte für Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Filou ein vierter Platz, um nach seinem Sieg im Gelände und dem vierten Platz in der Dressur die Deutsche Meisterschaft schließlich zu gewinnen. Hinter ihm kam auf den zweiten Platz Franz-Josef Lehmkuhl (Emsdetten) mit Maverick, der die Dressur gewonnen hatte und im Gelände und Hindernisfahren jeweils Platz sechs belegte. Auf den dritten Platz kam mit Lars Heidotting und Brisco ein weiterer Emsdettener. Er belegte Platz drei in der Dressur und Platz zwei im Gelände. Schwach war sein fünfzehnter Platz im Hindernisfahren. Die Plätze vier und fünf gingen an Birgit Damm-Haschmann (Selm) und Andreas Pues-Tillkamp (Glandorf), die sich beide durch ihre starken Leistungen im Hindernisfahren in der Gesamtwertung nach vorne gefahren hatten.
Bei den Zweispännern gab Stephan Koch (Hamburg) ebenfalls seine Führung vor der letzten Teilprüfung nicht mehr ab. Er gewann nach dem Sieg in der Dressur und Platz sieben im Gelände auch das Hindernisfahren und somit wiederholt den Titel. Auch hier lagen neben ihm Daniel Schneiders (Petershagen) und Steffen Abicht (Bad Düben) in der Zwischenwertung dicht beieinander. Aber Stephan Koch bewies Nervenstärke. Letztlich schob sich Steffen Abicht dann in der Kombinierten Wertung noch an Daniel Schneiders vorbei und kam nach Platz zwei in der Dressur und Platz sechs im Gelände in der Deutschen Meisterschaft auf Rang zwei. Die Plätze vier und fünf belegten Dieter Baackmann (Emsdetten/131,18) und Dennis Schneiders (Petershagen/135,44).
Vierspännerfahrer Tobias Bücker (Emsdetten) führte zwar nach Dressur (1. Platz) und Gelände (5. Platz) die Kombinierte Wertung an, kam beim Hindernisfahren aber mit fünf Zeitfehlern ins Ziel. Martin Thiemann blieb fehlerfrei und in der Zeit. Er lag bis dahin nur knapp hinter Tobi Bücker, so dass sein Ergebnis aus dem Hindernisfahren Platz eins in der Kombinierten Wertung bedeutete. Nach 2004 gewann er somit zum zweiten Mal die Deutsche Meisterschaft der Pony-Vierspänner.
Pech hatte allemal Steffen Brauchle (Lauchheim) im Kegelparcours, der nach Dressur (2. Platz) und Gelände (3. Platz) in der Gesamtwertung dicht hinter Tobi Bücker und Martin Thiemann auf Platz drei lag. Bis zum vorletzten Hindernis blieb er fehlerfrei, kam dann aber nicht richtig durch die Wendung und fuhr in ein anderes Hindernis hinein. Das bedeutete den Ausschluss aus dem Hindernisfahren und somit auch aus dem Titelrennen um die Deutsche Meisterschaft. Den dritten Platz belegte Diethelm Kneifel (Wunstorf), der mit Platz vier in der Dressur, Platz vier im Gelände und Platz acht im Hindernisfahren sich langsam nach vorne geschoben hatte. Die Plätze vier und fünf gingen an Daniel Coenen (Geilenkirchen) und Dieter Höfs (Weil der Stadt).
Die Ergebnisse der Deutschen Meisterschaft in der Kurzübersicht:
Einspänner Ponys
1. Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Filou; 122,29 (Dressur 50,18/Gelände 70,61/Kegel 1,5)
2. Franz-Josef Lehmkuhl (Emsdetten) mit Maverick; 124,87 (43,78/78,59/2,5)
3. Lars Heidotting (Emsdetten) mit Brisco; 131,06 (46,59/75,97/8,5)
Zweispänner Ponys
1. Stephan Koch (Hamburg); 114,61 (36,61/77,0/1)
2. Steffen Abicht (Bad Düben), 120,37 (40,83/76,54/3)
3. Daniel Schneiders (Petershagen); 121,96 (41,60/73,36/7)
Vierspänner Ponys
1. Martin Thiemann (Saerbeck); 136,85 (51,97/84,89/0)
2. Tobias Bücker (Emsdetten); 140,07 (42,62/92,45/5)
3. Diethelm Kneifel (Wunstorf); 154,91 (54,02/88,89/12)
Redaktion: Dr. Jürgen Schwarzl/03.12.2009

