Internationales Pony-Fahrturnier in Emsdetten 2009
Der Pony-Fahrsport setzt in diesem Jahr in Westfalen besondere Höhepunkte. Das absolute Highlight wird hierbei die Ausrichtung der diesjährige Weltmeisterschaft der Pony-Ein-, -Zwei-, und -Vierspänner in Greven Bockholt vom 13. bis 16. August sein. Die nationalen Sichtungswege für dieses Championat wurden für alle Anspannungsarten bis auf zwei Ausnahmen (Biblis, Dillenburg) fast alle nach Westfalen vergeben. Wie von Bundestrainer Ewald Meier (Meißenheim) zu erfahren war, werden im Programm der zu nominierenden Ponyfahrer auch keine sichtenden Vergleiche im Ausland gefahren, sondern nur die in Deutschland vorgegebenen Qualifikationsturniere gefahren. Nach den Deutschen Meisterschaften in Minden-Kutenhausen werden dann die deutschen Vertreter für die WM nominiert.
Die Eignungsprüfungen für eine mögliche Teilnahme deutscher Vertreter begann mit dem internati-onalen Turnier in Emsdetten (30. April/ bis 03. Mai). Weitere Stationen werden dann unter westfälischem Blickwinkel in Herford (11./14. Juni) und mit der Deutschen Meisterschaft in Minden-Kutenhausen (17./19. Juli) sein. Ansonsten steht noch für alle Anspannungsarten Biblis (22./24.05.) und für die Einspänner Dillenburg (11./14.06.) im Sichtungsprogramm.
Das erste Kräftemessen der deutschen Ponyfahrer fand also in Emsdetten unter starker internationa-ler Beteiligung statt. Bemerkenswert, dass diese deutsche Hochburg für den Pony-Fahrsport auch für einige europäische Nationen für Sichtungszwecke, wie gerade die Niederlande, im Kräftemes-sen mit deutschen Fahrern, genutzt wurde. Des Weiteren haben vom Turnier in Emsdetten aus die Engländer schon einmal Greven einen orientierenden Besuch abgestattet.
Für Emsdetten selbst ist es dass vierte Mal in der Vereinsgeschichte, dass ein Ponyturnier international erfolgreich ausgetragen wurde. So wundert der hohe Zuspruch an Nennungen nicht. 33 Einspänner, 35 Zweispänner und 27 Vierspänner aus acht Nationen bewiesen das gewichtige Interesse.
Zum Turnierverlauf der deutschen Championatskader der Vierspänner ist zu sagen, dass Tobias Bücker (Emsdetten) einen möglichen Sieg im Kegelparcours unnötig „verschenkte“. Nach der Dressur war er als Führender in das Gelände gestartet. Dort belegte er den neunten Platz und lag damit vor dem abschließenden Hindernisfahren in der Kombinierten Wertung auf dem zweiten Rang. Fehlerfrei hätte er den aus der Zwischenwertung führenden Niederländer Jan de Boer beim Hindernis-fahren bezwingen können, da dieser sich zwei Abwürfe leistete. Doch am 14. Hindernis fielen bei Tobias Bücker ein Ball, und der bis dahin drittplatzierte Niederländer Aart van der Kamp jun. rutschte in der Gesamtwertung durch eine Nullrunde an die erste Position, vorbei an seinem Landsmann Jan de Boer und Tobias Bücker. Leistungsstark zeigten sich auch die anderen deutschen Kaderfahrer wie Thomas Köppen (Dreieich), Martin Thiemann (Saerbeck), Steffen Brauchle (Lauchheim) und Diethelm Kneifel (Wunstorf), die jeweils auf die Plätze fünf bis acht kamen.
Besonders erfolgreich waren die deutschen Zweispänner-Fahrer in diesem großen internationalen Starterfeld. Nicht nur die ersten drei Plätze gingen in der Kombinierten Wertung nach Deutschland, sondern auch fünf weitere Deutsche kamen unter die ersten zehn Teilnehmer. So belegte Dennis Schneider (Petershagen) Platz sechs, Dieter Baackmann (Emsdetten) Platz sieben, Arndt Lörcher (Wolfenbüttel) Platz acht, Tim Dallmann (Blankensee) Platz neun, Christof Weihe (Friedewalde) Platz zehn und Marc Müller (Schmelz) den 13. Platz. Bemerkenswert hierbei die überzeugenden Dressurleistungen der drei Erstplatzierten, die sich durch die von Dieter Baakmann (4. Platz) und Christof Weihe (5. Platz) noch ergänzen. Aber auch im Gelände ließen sich die deutschen Fahrer nicht „die Butter vom Brot nehmen“. Timm Dallmann wiederum gewann den Kegelparcours und Daniel Schneiders wiederum war ebenfalls einer der Besten in dieser Teildisziplin.
So zufrieden der Bundestrainer Ewald Meier mit den Vierspännern und noch mehr mit den Zwei-spännern sein konnte, sah es aus seiner Sicht bei den Einspännern nicht so löblich aus. „Am Pony-Material liegt es nicht“, war von ihm zu hören, „allein die Favoriten sind ganz einfach noch nicht in leistungsmöglicher Form“. Von den Kaderfahrern war es allein Günter Heitjans (Emsdetten) mit Landon, der mit einem sechsten Platz in der kombinierten Prüfung eine gute Form zeigte. Auch der Emsdetter Franz-Josef Lehmkuhl konnte sich mit Maverick auf einem neunten Rang lobenswert platzieren. Auf dem zwölften Rang beendete Herbert Rietzler (Rettenberg) mit Filou die Kombi-nierte Wertung. Im Gelände rammte er ein Hindernis, so dass er in ihm sehr viel Zeit verlor. "Das Gelände hätte er sonst gewonnen", äußerte überzeugt der zuständige Bundestrainer für die Ein- und Zweispänner Eckhard Meyer (Hermannsburg). Mit unnötigen zwölf Strafpunkten beim Hindernisfahren verspielte er jedoch alle Chancen auf eine Platzierung unter den besten Zehn. Die anderen Kader-Fahrer wie Lars Heidotting (Emsdetten) mit Brisco, David Rammes (Emsdetten) mit Luigi und Theo Bopp (Mainz) mit Lobely beendeten die Kombinierte Wertung auf dem 13., 14. und 24. Platz.
Mit der Ausrichtung dieses vierten internationalen Pony-Turniers hat der Reit- und Fahrverein Emsdetten e.V. wieder einmal hochrangige Fahrsportgeschichte geschrieben. Als Austragungsort stand die Fahrsport-Anlage am Hof des legendären Ponyfahrers Heinz Elfrich zur Verfügung.
Das Besondere dieser Veranstaltung war, dass sich alle Vereinsmitglieder gleichermaßen beratend und helfend in aller Breite in das Geschehen eingebunden haben. Da war sich keiner zu schade, auch namhafte Kaderfahrer nicht, „Helferdienste“ zu leisten. Allen voran ist hier der Turnierleiter Bernhard Bücker zu nennen. Die fahrtechnischen Belange beruhten übrigens vom Ideengehalt auf dem Erfahrungsschatz von vor allem Franz-Josef Lehmkuhl, die Heinz Rammes wiederum hervor-ragend praktisch umzusetzen verstand.
Es war von der Wertigkeit, wenn das einmal zum Ausdruck gebracht werden kann, vorrangig eine Veranstaltung von Fahrern für Fahrer, das auf breiten Schultern getragen, einen absoluten Wir-Charakter besaß. In dieser Art wird es ein nächstes Mal, wie auch in diesem Jahr, nicht an finanzieller und fördernder Unterstützung durch Sponsoren fehlen.
Die Ergebnisse in der Kurzübersicht:
CAIP-1
1. Robert Buck (GBR); 121,01 (Dressur 49,79/Gelände 71,22/Hindernis 0)
2. Johan Verswalm (BEL); 125,18 (45,57/79,62/0)
3. Lisette Meijer (NED); 126,04 (55,94/69,43/0,67)
6. Günter Heitjans (Emsdetten); 129,84 (51,71/75,14/2,99)
CAIP-2
1. Stephan Koch (Hamburg); 116,61 (40,83/74,43/1,35)
2. Steffen Abicht (Bad Düben);118,20 (46,34/71,87/0)
3. Daniel Schneiders (Neuenkirchen);118,23 (48,38/69,85/0)
CAIP-4
1. Aart van der Kamp jun. (NED); 132,58 (63,23/69,34/0)
2. Jan de Boer (NED); 134,64 (45,70/82,94/6)
3. Tobias Bücker (Emsdetten); 135,01 (44,67/87,34/3)
Dr. Jürgen Schwarzl/ 06.05.2009

